Eine sehr ungewöhnliche WG…

loveso oder so ähnlich muss man wohl das Zusammenleben von Tiffy (was ich übrigens als schlimmste Abkürzung von Tiffany empfinde, die man sich ausdenken kann) und Leon nennen. Sie, die gerade bei ihrem Ex ausgezogen ist oder genauer: ausgezogen wurde und kein Geld hat er, der dringend Geld benötigt und daher nahezu rund um die Uhr arbeitet, teilen sich nämlich seine Wohnung. Also quasi. Denn eigentlich wohnen sie nicht zusammen, sondern nebeneinander her, denn ihr gehört die Wohnung von abends bis morgens und ihm, der meist Nachtschicht hat, von morgens bis abends.

Was nach einer total verrückten Idee klingt, liest sich in „Love to rent. Liebe ist die halbe Miete“ äußerst unterhaltsam, da die beiden nahezu vollständig über Post-its kommunizieren. Ihre sind dabei ausführlich und kommunikativ, seine kurz und bündig. Dennoch kommen sie sich auf diesem Wege näher und machen sich ein Bild des jeweils anderen, das im Laufe des Zusammenlebens deutlich positiver wird. Aber natürlich gibt es noch diverse andere Personen, die dazu beitragen, dass der Roman luftig, leicht und locker daher kommt sowie etliche Rahmenhandlungen (unter anderem die zu Tiffys Ex und jene zu Leons Bruder, der im Knast sitzt), die sich um den hauptsächlichen Plot ranken.

Definitiv ein Buch, das einem den Sommer versüßt und sich hervorragend als leichte Strandlektüre eignet. Was mir nicht so gefallen hat, aber das ist schlicht Geschmackssache, sind die detaillierten Beschreibungen erotischer Handlungen (wenn ich das mal dezent so nennen darf). Das bräuchte ich einfach nicht.
Mir hat aber auch Tiffy als Charakter ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. In den ersten Kapiteln wird sie als nicht sonderlich attraktiv dargestellt oder hält sich selbst dafür, dann wiederum reagieren Leon und diverse andere mehr als positiv als sie Tiffy in der Realität begegnen. Ob das alles ihrer äußerst schwachen Psyche – ich gebe zu, auch mit diesem ganzen Psychokram, der hier einiges erklären soll, tue ich persönlich mir schwer, vermutlich auch, weil ich keine Person mit solchen oder ähnlichen Problemen kenne und das nicht ganz nachvollziehen kann. Trotz allem ein netter Tipp für alle, die noch das richtige Buch für den Urlaub suchen 🙂