Fortpflanzung nach Tagesform (Katinka Buddenkotte)

ForpflanzungAls Mittdreißiger liest man ja gerne Bücher, die jene Lebensphase widerspiegeln. Perfekt also das Werk über Maike und Matthias (Hummel), die eine funktionierende, aber eben nicht perfekte Beziehung führen. Es ist wie bei den meisten in diesem Alter, die ihr Studium abgeschlossen haben, einen akzeptablen Job haben, aber irgendwie im Leben noch nicht wirklich weit gekommen sind. Während die einen in diesem Alter schon das zweite Kind bekommen haben und darüber nachdenken, ein eigenes Haus zu kaufen, marschieren die anderen auf der Karriereleiter munter weiter nach oben.. oder man gehört zur dritten Gruppe, die einfach nur dümpelt. Die beiden protagonisten gehören zur letzeren Gruppe und beschließen daher, dass man ja mal das mit der Familienplanung in Angriff nehmen könnte. Maike, beschließt ihren undankbaren Job als Kabelträgerin aufzugeben und sich endlich zu einer Promotion durchzuringen – und die Pille abzusetzen. Wenn schon, denn schon. Das mit dem schwanger werden klappt allerdings irgendwie so gar nicht und je mehr sich Maike darauf versteift, desto stärker treten die bis dato ignorierten Knackpunkte der Beziehung ans Tageslicht. Und plöttzlich reihen sich die ungünstigen Verkettungen aneinander und irgendwie erkennt man die Abwärtsspirale, gegen die sich beide nicht wehren können und leidet beim Lesen mit.
An und für sich liest sich das Buch angenehm und flüssig, allerdings handelt es sich nicht um wirklich leichte Kost und da ich mich – zumindest alterstechnisch – mit der Haupfigur identifizieren kann, beginne auch ich, mein derzeitiges Leben zu hinterfragen. Während Maike sich also zermürbende Gedanken darüber macht, dass es mit der Familiengründung in wenigen Jahren zu spät sein könnte, der Mann vielleicht doch nicht der richtige ist und das dann zeitlich ein weiteres Problem bedeutet, zermürbt das Ganze auch mich ein wenig. Und wenn dann plötzlich die anfangs intakte Beziehung gänzlich in Schieflage gerät und man rückblickend erkennt, dass alles damit begann, dass man mit dem nicht mehr zufrieden war, was man hatte, da macht das einem doch irgendwie Angst. Mir. Immerhin gibt es ein Ende, das Spielraum für Hoffnung lässt, aber richtig glücklich klappe ich das Buch nicht zu. Eher erleichert, dass es endlich rum ist und ernüchtert darüber, dass das Leben wohl wirklich kein Ponyhof ist.

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