Glücklich & gesund dank guter Gedanken

hayDass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper wohnt und die Augen der Spiegel der Seele sind, ist bekannt. Auch, dass negative Gedanken nicht dazu beitragen, Selbstheilungskräfte zu aktivieren und Genesungen zu beschleunigen, ist klar. Inwiefern es diese Selbstheilungskräfte aber tatsächlich gibt und wieweit wir diese mit positiven Gedanken beeinflussen können, ist hingegen nicht ganz so unstrittig. Wenn es nach Louise Hay, der Autorin von „Ernährung für Körper und Seele. Gesund essen mit guten Gedanken“ geht, sind diese Gedanken in der Lage, uns von zahlreichen Leiden und Krankheiten zu befreien… Aber mal der Reihe nach. Louisa wurde 1926 in Los Angeles geboren und ist mit über 50 Millionen verkauften Büchern die erfolgreichste Lebenshilfe-Autorin der Welt. Mit ihren über 90 Jahren Lebenserfahrung hat die gute Dame da wohl schon so einiges erlebt, vermute ich. Allerdings werde ich bei Sätzen wie „Mit den richtigen Gedanken können wir uns das Leben schenken, das wir uns immer gewünscht haben“ doch ein wenig skeptisch. Klingt schon sehr esoterisch.
Nichtsdestotrotz lasse ich mich darauf ein und beginne die Lektüre. Bereits von Anfang an geht es hier um Glaubenssätze und Mantras wie „Ich bin es wert, geliebt zu werden“, „Ich habe das Glück, einen wunderbaren Körper zu haben“, „Mein Körper ist stark und schön“.
Ich geb zu, ich fühle mich bei der Lektüre irgendwo zwischen HSE24 und Sekten-Treffen und „Sex and the City“ (da gab es auch mal so eine Folge mit Glaubenssätzen).
Trotzdem kämpfe ich mich weiter und lese Seite um Seite brav die Anleitungen für „Ein völlig neues System zur Heilung von Körper, Geist und Seele, das auf sanfte Weise zu guter Gesundheit, mehr Energie und einem erfüllten Leben führt!“ – oder mich halt eher nicht. Gefühlt 100 Glaubenssätze später (die man sich im idealen Fall den ganzen Tag selbst sagen soll, weswegen es ratsam ist, stets einen Spiegel dabei zu haben, um zu sehen, wie man die Worte annimmt…) bin ich nicht schlauer als zuvor, erkenne aber, dass dieses Werk für jemanden, der nur sehr bedingt an Homöopathie und Naturheilkunde glaubt, schwer verdaulich ist. Zwischen Kopfschütteln und lachen gebe ich schlussendlich auf – sorry, auch wenn ich es wirklich versucht habe, ich kann das nicht Ernst nehmen und werde wohl keine Hay-Anhägerin.