Hummeln im Hintern? Nein, Bifidos im Darm!

darmDass der Darm bei unserem Wohlbefinden eine nicht unerhebliche, nein gar eine entscheidende Rolle spielt, ist in den letzten Jahren immer deutlicher von der Forschung thematisiert worden. Dazu beigetragen, dass der Darm „gesellschaftsfähig“ wird, haben unter anderem Werke wie „Darm mit Charme“ und „Schlank mit Darm“. Da haben wir nämlich erfahren, dass dieses bislang so schnöde vernachlässigte Organ auf so ziemlich alles einen Einfluss hat: Unsere Haut, unser Gewicht, unser Wohlbefinden, unsere Stimmung und und und. Mit „Schlau mit Darm. Glücklich und vital durch gesundes Darmhirn“ von Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann (mit Regina Rautenberg) vom Südwest Verlag gibt es jetzt den Nachfolger des oben bereits erwähnten ersten Bandes. 

„Der Beginn eines neuen Jahres ist ein sehr guter Zeitpunkt für einen mentalen und körperlichen Reinigungsprozeß. Und je mehr man den Darm, unser zweites Hirn, mit in diesen Prozeß einbezieht, desto besser „entgiftet” man auch seine Psyche. Neueste Erkenntnisse belegen, dass Bauch und Hirn in einem engen Dialog stehen und sich wechselseitig beeinflussen. Eine richtige Ernährung sorgt also gleichzeitig für gutes Klima im Darm wie auch in unserer Seele.“ heißt es hierzu und wie genau das alles wechselseitig bedingt ist, wird dann auch sehr ausführlich beschrieben.
Von „Wenn der Darm die Nerven verliert“ über „Bauch und Hirn – von Anfang an ein starkes Team“ geht es hin zu „Alarm im Darm – Darmbarriere in Gefahr“. Wir erfahren wie Darmbakterien arbeiten, welche es gibt und in welchen Punkten sich Bauch- und Kopfhirn ähneln. Weiter geht es dann mit „Wenn Darmbakterien einen Gefühlsccktail mixen“, „Bakteriengesteueres Verhalten“ und „Gesunder Darm- Gesunde Hirn“, wo wir genau lernen, welchen Einfluss der funktionierende – oder eben nicht – Darm auf unsere Gefühle hat, welche Rolle Stress spielt und in welcher Form Demenz und Parkinson mit dem Darm zusammenhängen. Interessent ist das allemal, aber ich finde es relativ anstrengend zu lesen und definitiv keine „Nebenbei-Lektüre“, zumal ich bei den ganzen lateinischen Bakterienbegriffen und Co irgendwann schlicht den Überblick verliere.  Einen quasi praktischen Teil liefern dann die drei Abschlusskapitel „Darm-Check-Up“ und „Die Darmkur“ und „Rezepte für die gesunde Darmflora“, welche uns mittels einiger Fragen über den Zustand unseres eigenen Darms aufklären und dann entsprechende Tipps liefern, wie wir unserem Darm etwas Gutes tun und seinen Zustand entsprechend optimieren können.
Insgesamt ein gutes und informatives Buch, bei dem man das Bestreben der Autorin erkennt, die Materie für Nicht-Mediziner anschaulich und leicht zu verpacken. Für mich dennoch irgendwie zu anstrengend und zu vielschichtig – vielleicht muss ich mir dafür aber auch einfach nochmal ein bisschen mehr zeit nehmen. Für alle, die sich für die Funktionsweise des Darms und dessen Einfluss auf die Psyche interessieren aber ein guter Tipp.

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