Kann denn Tupper Sünde sein?

oeko.jpgNachhaltigkeit und der Schutz unseres Planeten sind ja aktuell gefühlt präsenter denn je. Ob die Freitagsdemos der Schüler, die steigende Zahl an Unverpackt-Läden oder auch der schier explodierende Markt an Büchern zum Thema „Verzicht“, „Reduktion“ und „Müllvermeidung“. Da auch ich das Thema durchaus spannend finde und der Ansicht bin, dass wir den Generationen nach uns mehr hinterlassen sollten als dreckige Meere und aussterbende Arten, wage auch ich mich endlich ran. Mit „#einfachplastikfreileben. Schritt für Schritt zu einem nachhaltigen Alltag“ von Charlotte Schüler (erschienen bei südwest) mache ich den Anfang.
Dass ich eine regelrechte Plastikmüll-Verursachungsqueen bin, ist mir beim Blick auf unsere gelben Säcke leider nur allzu sehr bewusst. Dass sich daran dringend etwas ändern müsste ebenso. Wenn ich nach einem Samstags-Einkauf die Verpackungen entferne und die Sachen verräume, ist mir manchmal ziemlich schummrig zumute. Die Äpfel in Plastik, die Erdbeeren, die Blaubeeren, die Tomaten und natürlich die Paprika. Daneben die unzähligen Verpackungen bei Joghurt und Wurst – nein, das ist keineswegs gut und hinnehmbar so.
Charlotte, deren Mama einen Unverpackt-Laden betreibt, verspricht uns, dass es gar nicht so schwer sei, sich allmählich von diesem ganzen Plastik-Unrat zu befreien. Erkennen ist Teil eins ihres Buches, Teil zwei widmet sich dann dem Vermeiden. Schauen wir mal, ob meine Erkenntnis noch wächst: ich lerne, welche Arten von Plastik es gibt, dass es sogar „Bioplastik“ gibt und auch, wo der Plastikmüll landet. Im schlimmsten Fall natürlich im Meer. Deswegen gibt es von Charlotte die „5-R-Regel“. Refuse, Reduce, Reuse, Recycle und Rot.
Vier Schritte sollen es zu einem plastikfreien oder zumindest deutlich reduzierten Leben sein. 1. Schnelle, effektive Veränderungen, 2. Mehrweg statt Einweg, 3. Mikroplastik & verstecktes Plastik und 4. Nachhaltig leben. Unter schnelle Änderungen fallen der Verzicht auf Plastiktüten beim Einkauf, der Ersatz von Frischhaltefolie durch Bienenwachstücher, Toilettenpapier ohne Plastikverpackung, Zahnbürsten aus Bambus oder auch Wasch- und Putzmittel selbst herstellen. Alles durchaus machbar, aber schon hier muss man sich organisieren, planen und oftmals die einfachsten und bequemen Lösungen außen vor lassen. Beim Mehrweg erhalte ich konkrete Tipps, wo man darauf achten sollte, keine Einwegartikel zu nutzen, sondern auf Glas, Metall etc zu setzen. Wer das alles gut umsetzen konnte, der darf dann noch darauf achten, dass er möglichst wenig Produkte nutzt, die Mikroplastikpartikel abgeben. Ob Hautreinigungscreme, Wasserkocher oder Schuhe mit Kunststoffsohle – die winzigen Teilchen lösen sich einfach aus allem. Schöner Scheiß.
Im vierten Teil folgen dann noch weitere Tipps, die sich nicht nur auf den Plastikaspekt beziehen sondern allgemein Nachhaltigkeit. Ökostrom und Bettbezüge, Weihnachtsbäume und Lebensmittel – auch da gibt es noch ordentlich Baustellen, an denen man arbeiten kann. Hmm – ganz schön viel, was ich ändern könnte, müsste, sollte. Ich gebe zu, dass ich da wohl nicht konsequent genug und definitiv zu bequem bin, um das alles umzusetzen. Zumal ich echt an meinen Tupper-Schüsseln hänge. Aber als Denkanstoß ist es nicht schlecht und das ein oder andere werde ich sicher beherzigen. Und wie auch Charlotte versichert, ist auch der kleine Schritt wichtig und gut. Denn wenn jeder von uns einen kleinen Schritt tut, sind wir schon ein gutes Stück vorangekommen.