Kitschiger Krimskrams und Kunst – oder sowas in der Art

vintageDerzeit sehr angesagt ist ja nach wie vor so ziemlich alles, das „Retro“ oder „Vintage“ ist. Dass aber nicht alles, was verlebt ausschaut oder leicht angeranzt ist, auch tatsächlich stilvoll oder künstlerisch wertvoll ist, weiß wohl jeder, der gesehen hat, was aktuell so als „Shabby-Look“ angepriesen wird. Doch woher soll ich als Laie nun wissen, was Trend, was Trödel oder was schlicht „Tund“ ist? Einfache Lösung: Ein Vintage Guide muss her. Bei mir ist es der „Vintage Guide. Möbel, Kunst – und Design – von Art Déco bis Flower Power.“ von Judith Miller aus dem Hause DVA. Da kann ich dann endlich mal nachschlagen, was genau denn wirklich typisch für die Epoche ist und, ob das Objekt meiner Begierde gar ein Original ist oder dem zumindest ansatzweise nahekommt. img_3957Bevor wir uns aber auf Zeitreise begeben, klärt die Autorin genau die zentrale Frage: Was denn eigentlich unter Vintage zu verstehen ist?! (mehr oder weniger altes Stück, das begehrenswert ist) und in wiefern sich der Begriff in den letzten Jahren gewandelt hat. Auch welche unterschiedlichen Formen „Vintage“ haben kann und wie man unterschiedliche Epochen stil- und geschmackvoll verbinden kann, erfahren wir im Ansatz. Dann geht es schon los mit der Geburt der Moderne. Es folgen die Kapitel „Art Déco bis Bauhaus“, „Nachkriegsmoderne“, „Zeitgenössische Moderne“, “ und natürlich ein Verzeichnis der Designer und Hersteller sowie die Bezugsquellen.  In ihrem Werk vereint die international anerkannte Expertin Judith Miller einerseits einen praktischen Führer über Vintagemöbel und Sammlerstücke des 20. Jahrhunderts, gestaltet andererseits aber zugleich eine Hommage an diese Zeit. Der Verlag schreibt hierzu „Sie beschreibt seriöse und kostspiele Designerstücke, die in den großen Auktionshäusern der Welt verkauft werden, und herrliche Massenware mit einem Hang zum Kitsch, die man auf Flohmärkten oder in Trödelläden entdecken kann. Fundiertes Hintergrundwissen und zahlreiche Legenden beinhalten alle Informationen, die ein Sammler benötigt: Ein Wertesystem erleichtert die preisliche Einordnung der Objekte, Kauftipps geben Hinweise, wann es sich um Fälschungen handeln könnte oder wo günstigere Alternativen zu finden sind. Judith Miller präsentiert einen ultimativen Guide für Sammler mit Objekten aus der ganzen Welt – für jeden Geschmack und jedes Budget!“
img_3956Ich persönlich muss zugeben, dass die Stücke alle irgendwie mein Budget übersteigen und ich den Guide eher nutze, um mich in bestimmte Epochen einzuarbeiten und den Stil zu erfühlen. Interessant ist es aber allemal zu sehen, was die einzelnen Stücke so wert sind und was man bereit sein müsste, in sie zu investieren. Besonders gelungen finde ich die Arrangements, die zeigen, wie  man „vintage“  mit „modern“ zu passenden Ensembles kombiniert und so mit den unterschiedlichen Stilen spielt. Dass ich die kostbaren Ansammlungen dann daheim mit deutlich günstigeren Stücken umsetze, sei mir verziehen. Auf die richtig tollen Designeroriginale spare ich dann noch ein bisschen hin und suche mir die Favoriten mittels „Vintage Guide“ schon mal ganz optimistisch aus – zumindest weiß ich vorab schon, was ich dafür zurücklegen muss.
Für alle, die gerne wüssten, ob sie daheim einen kleinen Schatz beherbergen und alle, die sich für den Vintage-Stil interessieren und gerne mehr zu den Hintergründen und den einzelnen Stücken wüssten definitiv ein wert- und sinnvolles Buch. Gute Investition!

© alle Bilder DVA

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