Lässt sich über Geschmack nun streiten?

bobbobWas genau ist Geschmack? Wie kommt es, dass manch einem etwas schmeckt, was ein anderer ganz unangenehm findet? Kann man seine Wahrnehmung beeinflussen? Kann man Geschmack lernen? Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich Bob Holmes in „Geschmack. Gebrauchsanleitung für einen vernachlässigten Sinn“ aus dem Riemann Verlag. Zwar handelt es sich hier um ein Sachbuch mit allerhand wissenschaftlichen Belegen und Hinweisen auf Abhandlungen, dennoch ist die Lektüre tatsächlich unterhaltsam, spannend und angenehm. Keine schwere Kost, sondern gut verdaulich und bekömmlich.
Tatsächlich habe ich mir über viel der angesprochenen Punkte noch nie in dieser Form Gedanken gemacht und bin erstaunt, wie viel das Thema hergibt. Da geht es um die Rolle der Zunge, die fünfte Geschmacksrichtung „umami“, die Bedeutung des Riechens und die Erwartungshaltung, welche die Optik beiträgt.
Und weil es sich um ein lebensnahes Thema handelt, kann man viele der Thesen auch direkt überprüfen oder zustimmen, weil einem manche dinge – zwar unbewusst- auch schon aufgefallen sind.
Gerade in unserer heutigen Zeit, in der „Geschmack“ vielfach leider etwas künstlich produziertes ist, regt dieses Buch zum kritischen Betrachten und Reflektieren ein. Was ist Geschmack, wie verändert er sich im Laufe des eigenen Lebens/ im Laufe der Menschheitsgeschichte und welchen Einfluss nimmt zum Beispiel die Industrie darauf.
Auf alle Fälle ein hervorragendes Buch, das viele Infos liefert ohne einen zu erschlagen und das so unterhaltsam geschrieben ist, dass man kaum merkt, dass es sich um ein Sachbuch handelt, das noch dazu von einem Evolutionsbiologen geschrieben wurde – sehr cool

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