Langer Titel, kurzer Sinn

Ktiger.jpgennt Ihr den Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg … das war ja so das erste Buch in einer ganzen Reihe, bei denen der Titel schier endlos war und die man sich trotzdem merken konnte, ja sogar merken musste, denn von den Bestsellerlisten waren die nicht mehr wegzudenken. An genau das Buch dachte ich bei „Der Fünfzigjährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half“ und war da leider auf einem völlig falschen Dampfer, denn hohe literarische Kunst erwartet einen hier leider nicht. Der Nachfolger zu „Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte“ gehört eher in die Rubrik „schmunzeln über platte Witze“. Autor Mikael Bergstrand lässt seinen Protagonisten, Göran Borg aus Malmö, an allem ein bisschen verzweifeln. Den Frauen, dem Job, dem Leben allgemein, weswegen ihn seine Tochter Linda zu einer Therapeutin schickt. Die schafft es allerdings auch nicht, ihn aus seinem Loch und seiner Lethargie zu reißen – einzig die Reise nach Indien zur Hochzeit seines Freunde Yogi scheint da ein Lichtblick zu sein. Dass diese verschoben wurde, weil die Sterne falsch berechnet wurden, ist da noch das kleinste Übel. Umso schöner also also der Trip nach Indien endlich stattfinden kann.
Doch statt der erhofften Erfüllung aller Wünsche und dem Finden des eigenen Ichs muss Göran feststellen, dass der Bräutigam in spe mit weit größeren Problemen zu kämpfen hat als er selbst.
Hmm… mich packt das Buch leider so gar nicht. Ich finde es weder lustig, sondern an vielen Stellen eher sagenhaft platt, viele Witze banal und vorhersehbar und warum der Teil eins sich so gut verkauft hat, kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht muss einem einfach genau dieser Stil zusagen, mancher mag ihn vielleicht als locker und beschwingt empfinden, mich strengt er an. Zu schachtelige ellenlange Sätze, zu wenig Pfiff in der Handlung und zu wenig Lacher von meiner Seite. Schade, dabei mag ich die Schweden eigentlich echt gerne.

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