Neun Menschen, neun Geheimnisse

neun.jpgWenn „neun Fremde“ (von Liane Moriarty) in einem Wellness-Ressort aufeinandertreffen, in dem sie angeblich innerhalb von zehn Tagen ein völlig neues Leben beginnen sollen, ahnt man schon, dass hier ordentlich Zündstoff vorhanden ist. Denn jeder der Besucher hat sein ganz eigenes Sorgenpäckchen, das ihn belastet und zum Aufenthalt bewegt. Bereits nach den ersten Seiten, auf denen man einige der Personen näher vorgestellt bekommt ist klar: langweilige Ottonormalverbraucher sind das nicht, die sich hier mehr oder weniger freiwillig kennenlernen.
Das Buch liest sich hervorragend, hat keine Längen und zwingt einen fast schon zum Weiterlesen, weil man einfach wissen möchte, worauf das Ganze hinausläuft. Was ich mich nämlich irgendwie die ganze Handlung hindurch gefragt habe, war, um was für ein Genre es sich hier handelt. Psycho, Krimi, Belletristik – ich kann es auch nach erfolgreichem Abschluss nicht sagen. Fest steht, man wird bestens unterhalten, schmunzelt über die ziemlich kaputten aber liebenswürdigen Charaktere und leidet mit ihnen, wenn man die Hintergründe erfährt. Richtig tief geht es nicht unter die Oberfläche der Figuren und wer sich hier psychologische Analysen erwartet oder höchst anspruchsvolle Innensichten, der wird wohl ein wenig enttäuscht werden, wer einen Roman sucht, der eine abgefahrene Handlung und skurile Rollen bietet und sich flüssig liest, der wird hier definitiv fündig. Gerne mehr in der Richtung für mich :O)