Süßer die Morde nie klingen…

zw.pngWenn man der unendlichen weihnachtlichen Harmonie allmählich überdrüssig wird, braucht es – zumindest ist das bei mir so – ab und an mal zwischendurch einen kleinen Happen Galgenhumor, Grusel oder Krimi. Perfekt dosiert kommt letzteres daher in Form von „Zwetschgermännla-Morde – 14 Kurzkrimis aus Franken zur Weihnachtszeit“ aus dem ars vivendi-Verlag. Rund um Nürnberg lassen Tommie Goerz, Tessa Korber, Helwig Arenz, Horst Prosch, Killen McNeill, Matthias Kröner, Barbara Dicker, Hans Kurz, Bernd Flessner, Susanne Reiche, Christian Klier, Petra Nacke, Johannes Wilkes sowie Roland Ballwieser & Petra Rinkes die Ganoven ihr Unwesen treiben. Ich mag ja Krimis extrem gerne und Regionalkrimis, zumindest die, die dann auch noch mit einem leicht dialektalen Einschlag daherkommen, besonders. Umso mehr freue ich mich dann auf die kleinen Lesehäppchen aus Franken.
Los geht es mit „Der Selbstmord“ von Tommi Goertz und ich bin ein wenig irritiert, denn es handelt sich nicht so direkt um einen Krimi, zudem ist vieles unschlüssig und die Auflösung dann irgendwie zu trivial, zu plump und definitiv zu unspektakulär.
Auch „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ von Susanne Reiche überzeugt mich nicht. Gut geschrieben und alles in allem ganz nett, aber überhaupt kein Krimi, sondern eher eine Sozialstudie. Auch „Friede auf Erden“ und „Der Schuh des Nikolaus“ finde ich nicht besonders gelungen. Nicht unterhaltsam, kein Stück spannend und leider auch kein Krimi. Die „Schöne Bescherung“  von Barbara Dicker ist ganz unterhaltsam, ebenso „Die Museumsnacht“ von Tessa Körber –  mein persönlicher Favorit – aber es sind auch alles keine Krimis im eigentlichen Sinne. Kurzgeschichten ja, manchen gelingt es tatsächlich, einen leichten Spannungsbogen aufzubauen, aber mir reicht das nicht. Ich vermisse auch den regionalen Bezug, Dialekte oder alles, was die Geschichten zu typisch fränkischen Erzählungen machen würde.
Nach der achten Geschichte gebe ich auf, weil es mir einfach zu schade ist um die Zeit, die ich damit verbringe. Sorry, total überflüssig in meinen Augen.

Advertisements