Süßes italienisches Leben – Klischee³

dolce.jpgDass die Italiener und die Deutschen sich zwar generell mögen, es aber in so manchen Punkten (Genauigkeit, Pünktlichkeit, Humor) durchaus die ein oder andere Differenz gibt, kann man wohl kaum bestreiten. Generell ja kein Problem, wenn man nicht mit einem Zugehörigen der anderen Kultur liiert ist, was auf Laura, Ex-Italienerin und mit Martin in einer Beziehung, zutrifft. „Dolce Vita für Fortgeschrittene“ von Dori Mellina dreht sich um eben jene Laura, ihren Partner, die gemeinsame Tochter und ihre größtenteils italienischen Freundinnen.
Eigentlich arbeitet sie in der Pharmaindustrie, gründet aber dann die Firma „Frag mich nach Sonnenschein“, die alle Klischeewünsche erfüllt. Ob Pizzeria mit original italienischem Flair, eine Hochzeit nach italienischer Tradition oder schlicht italienische Küche – wenn die Sehnsucht nach Italien ins Unermessliche wächst, sind Laura und ihre Lieben zur Stelle und sorgen für das perfekten Klischee.
Und je mehr Laura quasi zu ihren Wurzeln zurückkehrt, desto mehr stören sie die deutschen Eigenheiten ihres Freundes und so kommt es wie es kommen muss: Laura zieht mit ihrer Tochter aus.
Dass ihre beste Freundin sie dann sofort mit einem waschechten Italiener verkuppeln möchte, macht die Sache natürlich nicht einfacher …

Ich nenne das jetzt mal „seichte Kost“, denn wirklich anspruchsvoll ist das Buch leider nicht. Ziemlich schlicht geschriebe, die Handlung ein wenig platt und extrem vorhersehbar, aber für einen Abend in der Badewanne, vor dem Kamin oder einen verregneten Mittag im Bett eine durchaus nette und entspannende Lektüre, die einem so manches Schmunzeln entlockt.

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