Von Räumen träumen – Deko & Co

rooms.jpgIch bin ein kleiner Dekofreak, gebe ich ganz offen und ehrlich zu. In meinem Keller stapeln sich insbesondere Kisten mit endlosem Weihnachtszubehör, denn das ist irgendwie so das Fest der Feste, bei dem keine Ecke, kein Winkel, keine Nische und keine freie Fläche undekoriert bleibt. Sortiert ist das Ganze bei mir nach Farbschemen, da ich gerne in zusammenhängenden Farbgruppen dekoriere (wie wohl die meisten, denn mittlerweile sind auch diverse Einrichtungs- und Dekoläden so aufgebaut). Für Männer ist das ja sehr dankbar, dass es so Läden gibt, die das schonmal quasi „vordekorieren“, denn das hilft sogar denen, die so gar keinen Plan haben, irgendwie was Passendes zusammenzustellen.
room1.jpgUnd dann gibt es neben dem Dekorieren auch noch das Umgestalten. Da ich ja nun nicht jedes Jahr umziehen kann (und will), müssen zumindest die Möbel in regelmäßigen Abständen neu arrangiert werden, damit ich 1. beim Heimkommen die ersten Male einen richtigen Schreck kriege und 2. man irgendwie doch das Gefühl hat, eine neue Wohnung zu betreten. Aus diesem Grund kaufe ich auch ganz gerne ab und an Zeitschriften, die mir zeigen, wie und wo ich mich hier kreativ austoben kann ohne, dass mein Geldbeutel oder mein Vermieter mir die Freundschaft kündigen.
So Zeitschriften wie H.O.M.E. sind dann halt genau das, was ich nicht brauche, wenn man mir verrät, wie ich meine freistehende Badewanne am besten vor meinem Panoramablick auf den Atlantik ausrichte ohne dabei den dahinterliegenden Pool zu überdecken… ihr seht, was ich meine. Auch Regenduschen auf der Außenterrasse meines Sommerhauses am Comer See fallen nicht unbedingt unter das, was ich unter „ich dekoriere um“ verstehe. Ganz gespannt war ich da folglich auf „ROOMS – Zu Hause bei Kreativen. Gestaltungsideen für individuelle Interiors“ von Kerstin Rose (DVA). Ziemlich hochtrabender Titel muss ich sagen und nach dem Blättern durch die ersten Seiten, bestätigt sich das. Der Verlag schreibt dazu:
room2.jpg„Die Autorin Kerstin Rose und der Fotograf Christian Schaulin haben Europa bereist und kreative Menschen zuhause besucht. Architekten in Mailand und Berlin, Designer in Paris und Lissabon, Künstler aus Südtirol und der Schweiz haben ihre Türen geöffnet und gezeigt, was für sie Wohnen bedeutet. Trotz unterschiedlichster Stile und Lebensphilosophien eint die Kreativen die Lust am Querdenken und das Interesse an individuellen Einrichtungslösungen. Wenn die Architektur erst einmal steht, entscheiden die Profis bei der Innenraumgestaltung aus dem Bauch heraus, verlassen sich auf Eingebungen und die Kraft innerer Bilder von Schönheit. Der elegante Bildband zeigt diese vielfältigen Lebenswelten und vermittelt die Interiorideen der Bewohner.“
room5Dass das (also, die neunzehn Einrichtungen privater Wohnungen aus Deutschland, Europa und weiter weg) alles keine 0815-Wohnungen sind, sieht man sofort und auch die Einrichtung ist keineswegs von der Stange. Fotograf Christian Schaulin leistet mit Präzision bei der Innenraumfotografie ganze Arbeit und auch Autorin Kerstin Rose vermittelt nachvollziehbar die Beweggründen und Motivation der Bewohner, welche Entscheidungen in ihrem Zusammenspiel wie kam. Als richtige Inspiration taugt das leider für mich nicht, denn erstens sind die gut betuchten Protagonisten nicht unbedingt günstig eingerichtet, zweitens bin ich da wohl in vielen Punkten doch zu sehr Mainstream und finde das alles etwas zu exotisch…. trotz allem ein spannendes Buch, das einem Einblicke in viele individuelle und sehr ausgefallene Wohnungen bietet. Vorgestellt werden dabei  unter anderem
– Eine Wunderkammer von Jean Christophe Aumas
– Einfach machen von Katrin Arens
– Tres Chic von Anne-Sophie Pailleret
– Passt nicht geht nicht sagt Celine Grassmann-Duphil
– Beiläufige Pracht von Antonio Martinello
– Das Leben ist eine Baustelle von Benito Escat
– Rein und Raus von Carine & Stefan Boxy
– Alles grüne von Floris Vos
– Die Leichtigkeit des Seins von Lara Panessa und Franscesco Chimienti
– Das Loft zum Wohlfühlen ist Karen Imhof und Frank Landau
und
– Bunte Behaglichkeit in alten Gemäuern von Monica Penaguiao
Zum Anschauen sehr nett, zum Nachstylen eher untauglich 🙂 zumindest wenn man nicht selbst über ein gewisses Kleingeld und die entsprechenden Räume verfügt.

Anfängertauglichkeit: ☆ (zu extrovertiert)
Alltagstauglichkeit:  ☆☆ (zu teuer, zu gestylt)
Geschenkqualität: ☆☆ (für alle, die Geld, leere Räume und keine kreativen Ideen haben)
Originalität: ☆☆☆ (ich bin raus- nicht mein Ding!)

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