Was zur grünen Hölle…?

PflanzenAls ich mir „Pflanzenliebe: Warum uns ein grünes Zuhause glücklich macht“ von Summer Rayne Oakes (mosaik Verlag) besorgt habe, hielt ich es für einen Ratgeber im Sinne von „welche Pflanze für welchen Raum, welches Klima, welche Lichtverhältnisse und welche Wirkung“. Was ich bekam? Ich kann es nicht so recht definieren. Irgendwas á la „Lebensphilosophie-Anekdoten-Erlebnisse“ mehr oder weniger rund um Pflanzen. Eindeutig nicht das, was ich eigentlich wollte…
Summer hat einen YouTube-Kanal mit circa 200.000 Abonnenten („Plant one on me“ – ein audiovisueller Onlinekurs rund um Zimmerpflanzen), ist Teilhaberin eines Gemeinschaftsgartens in Brooklyn und hat bei sich daheim über 1000 Pflanzen domestiziert. Abgesehen davon hat sie Umweltwissenschaften und Insektenkunde studiert und arbeitet als Öko-Model. Klingt alles ein wenig nach so einer Frau, die man einerseits bewundert und andererseits aus tiefstem Herzen für diesen Schein der Perfektion hasst.
Auf alle Fälle hatte ich vor diesem Hintergrund mit einem Buch gerechnet, das mir ebenfalls Tipps für glückliche Zimmerpflanzen, einen grünen Daumen und erfolgreiche Ableger liefert. Natürlich inklusive toller Fotos – idealerweise aus ihren eignen vier Wänden. Aber nix da. Nada. Kein einziges Foto. Tipps gibt es immerhin vereinzelt einige, aber das reißt es für mich nicht raus. Erst einmal erzählt Summer uns, wie sie zu den Pflanzen kam beziehungsweise diese zu ihr und wie ihre Sammelleidenschaft plötzlich viral ging. Zahlreiche Zitate, persönliche Erlebnisse, Auszüge aus Geschichten und kleine Achtsamkeitsübungen runden Summers Erzählung ab. Ich tue mir schwer, das Buch zu lesen, gebe ich zu, weil ich einfach Praxis, Handlungstipps und Fotos erwartet hatte und nicht 224 Seiten Fließtext. Sorry, Summer. Ich bleibe bei deinem YouTube-Kanal und schaue mir lieber deine schönen Pflanzen an als mich durch das hier zu kauen.