Wenn Senioren den Tatort schmähen

abgang.jpgUnd sich stattdessen alle vier Wochen in kleiner Runde zum „Mord-Schmökern“ treffen, dann sind wir bei „Ein perfekter Abgang“ (der kleine Buchverlag) von Ruth Gleissner-Barthold . Nachdem sich nahezu alle Bewohner eines Seniorenheims regelmäßig sonntags in die Zimmer zurückziehen, um den Tatort zu schauen beschließt die Hausleitung das Abendessen vorzuziehen, um auch dem Personal den Tatort mit einem zeitigen Feierabend zu ermöglichen. Dass in diesem Zuge auch der Ausschank von Wein eingestellt wird, weil es dafür dann zu früh wäre, ist nur ein weiterer Dorn im Auge einiger Bewohner, die dem Tatort so gar nichts abgewinnen können.

Stattdessen treffen sich die vier Damen und ein Herr nun als quasi „Krimiclub“, bei dem immer einer der Senioren neben Wein jeweils eine Geschichte beisteuern muss. Wie vielfältig dabei die Definitionen von Mord sind, zeigen die abwechslungsreichen Erzählungen, mit denen sich die fünf nun gegenseitig unterhalten.
Das Buch ist ganz unterhaltsam und nett, nicht sonderlich anspruchsvoll, aber von der Idee her schön und liest sich einfach so runter.
Kann man mal so nebenbei lesen. Muss man aber nicht unbedingt. Für ältere Leser, die selbst vielleicht schon eine etwas makabere Einstellung zu Tos und Sterben haben vermutlich ein wenig amüsanter als für jüngere Generationen.