Wer ist der Täter und gab es ein Opfer?

blindDass ich ein Buch so spannend finde, dass ich spontan am liebsten die ganze Nacht hindurch weiter gelesen hätte, das kommt selten vor. Bei „Blind“ von Christine Brand aus dem blanvalet Verlag war dies allerdings der Fall. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und mein erster Gedanke morgens war, möglichst schnell weiter zu lesen. Nervenkitzel pur und absolute Spannung. Wenn sogar Sebastian Fitzek sagt „Eine genial spannende Idee meisterhaft umgesetzt. Krimikunst vom Feinsten“, dann wird da wohl auch was dran sein. Schließlich weiß der ziemlich gut, wie man seine Leser um den nächtlichen Schlaf bringt 🙂 Aber worum geht es?
Nathaniel ist blind und bedient sich daher einer App, bei der er mit einem Sehenden verbunden wird und dieser ihm quasi die Augen ersetzt. Bei einem solchen Gespräch bricht die Verbindung, in der er sich nach der Farbe eines Hemdes erkundigt hat, nach einem Schrei plötzlich ab. Was mit der Frau am anderen Ende der Leitung passiert ist, weiß er nicht, aber er befürchtet Schlimmes. Leider weiß er von seiner Gesprächspartnerin nur den Vornamen: „Carole“. Wie man damit bei der Polizei eine Anzeige aufgeben soll, zumal, wenn man nicht sicher sagen kann, was und ob, etwas passiert ist, vor diesem Problem steht Nathaniel nun.
Parallel dazu ermittelt Milla, Reporterin, im Fall mysteriöser HIV-Infektionen, die alle in einer Musikschule ihren Anfang nahmen. Wir springen also zwischen den Geschichten Nathaniels, Millas, Caroles und einiger anderer Personen, was den besonderen Reiz hier ausmacht. Ständig fragt man sich, ob und wie die Geschichten zusammenhängen. Das bleibt auch bis zum Ende so. Dankbar ist dabei, dass die einzelnen Kapitel recht kurz sind und man sich somit  nicht andauernd fragen muss, wo man bei den anderen Figuren eigentlich stehengeblieben war. Es liest sich super in einem guten Erzähltempo ohne Längen und langweilige Passagen. Wäre es mir möglich gewesen, ich hätte das ungelogen in einem Rutsch über Nacht durchgelesen. Da ich aber vernünftig genug bin, hab ich mich stattdessen beim Einschlafen auf die spannende Lektüre am nächsten Tag gefreut und es dann zackzack weggelesen. Gerne mehr davon 🙂